Chronisches Erschöpfungssyndrom


CFS ist als eigenständiges Krankheitsbild mit Kriterien- und Symptomkatalog definiert.

Die Symptome treten häufig nach Virusinfektionen auf (CARRUTHERS et al, 2003).

Formale Diagnosekriterien für CFS:

  • Andauernder, zu einer bestimmten Zeit neu aufgetretener physischer und geistiger Erschöpfungszustand, der zu einer grundlegenden Verminderung der allgemeinen Lebensaktivitäten der betroffenen führt.
  • Ungewöhnlicher Verlust der physischen und geistigen Belastbarkeit, verbunden mit schneller Erschöpfung der Muskeln und geistiger Aktivität.
  • Störungen autonomer physiologischer Funktionen wie andauernde Blutdruckerniedrigung, Tachykardie, Herzrhythmusstörungen, Reizdarmsyndrom, Blässe, Durchblutungsstörungen, häufiger Harndrang in der Blase.
  • Störungen von neuroendokrinen Funktionen: Untertemperatur, veränderte Tagesrhythmik, erhöhte Körpertemperatur, verstärkte Schweißabsonderung, kalte Extremitäten, Fiebergefühl, Appetitlosigkeit (Anorexie), aber auch ungewöhnlicher Appetit.
  • Verstärkung dieser Symptome durch Stress.Störungen des Immunsystems: Vergrößerte, weiche Lymphknoten, wiederkehrende Halsentzündungen, grippeähnliche Symptome, allgemeines Krankheitsgefühl, Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln, Medikamenten und ChemikalienHäufige Schmerzen in Muskeln, Gelenken, Kopf und Nervensystem.Schlafstörungen, die sich in einem Mangel an erholsamem Schlaf, Störungen des Schlafrhythmus sowie einer deutlich verminderten Dauer der verschiedenen Schlafphasen äußern.
  • Konzentrations- und Kurzzeitgedächtnisstörungen, Verwirrungszustände, Orientierungsprobleme, Probleme bei der Informationsverarbeitung, Kathegorie- und WortfindungsstörungenStörungen der sensorischen Empfindungen (Seh-, Hör-, Tast-, Geschmackssinn), Licht- und Lärmüberempfindlichkeit, emotionale Überempfindlichkeit, Angstgefühle, Ataxie (Störung der Bewegungskoordination)

Die Krankheit einschließlich der genannten Symptome muss mindestens eine Dauer von sechs Monaten aufweisen und muss einen deutlich abgrenzbaren Beginn haben (CARRUTHERS, 2003).